Felix Eichert - User Experience

Siri, Cortana, Google Home oder Alexa – inzwischen alte Vertraute im Smart Home. Felix Eichert, Product Owner für Connected Car-Projekte, hat sich jedoch gefragt, ob die smarten Sprachassistenten auch dort funktionieren, wo freihändige Kommunikation besonders Sinn machen würden: im Auto. Im Interview berichtet er von der Integration und wie es sich anfühlt, das Buzzword „Innovation“ mit Leben zu füllen.

Du hast mit deinem Team Alexa ins Auto integriert. Wo fängt man da an?

Erste Kontaktpunkte mit Alexa hatte ich 2016 auf der JavaOne in San Francisco, dort wurde sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich hatte den Eindruck, dass das Thema für uns interessant werden könnte, da es die Sprachverbindung – kein einfaches Thema in der Automobilbranche – konsumententauglich macht und auf ein nächstes Level hievt. Da es mich wirklich gepackt hat, nutzte ich die Pausen zwischen den Vorträgen um mich mit der Technologie vertraut zu machen. Zuhause habe ich dann einen ersten Skill aufgesetzt, mit dem zumindest eine einfache Textausgabe möglich ist.

 

Alexa war damals noch nicht auf dem Markt. Wie hast du dich eingearbeitet?

Ich habe zunächst einen Simulator verwendet, also eine Applikation, die die Funktionalitäten nachempfindet. Ich war dann einer der wenigen Privilegierten, die bei der Vorstellung der Closed-Beta-Box in Deutschland dabei sein und diese dann auch erwerben durften. Nach einigen Wochen habe ich mich mit ein paar meiner Arbeitskollegen gemütlich an einem Abend hingesetzt und über mögliche Anwendungsfälle philosophiert. Wir kamen auf die Idee, Alexa an unsere ACON-Box anzubinden, um die Abfrage von Fahrzeug-Informationen (wie z.B. Standort oder Verriegelungsstatus) zu ermöglichen. Nachdem ich die Idee unserem Geschäftsführer vorgestellt habe, hat er spontan sein Auto, das ebenfalls mit der Box ausgestattet ist, zur Verfügung gestellt und sich den Nachmittag frei genommen, um die Funktionalität gemeinsam mit mir zu testen.

 

Nachdem der Proof-of-Concept offenbar erfolgreich verlief: Was macht man jetzt damit?

Nach dem Erstellen zusätzlicher Skills ging es fix. Da wir ja eine enge Partnerschaft mit unseren Kunden pflegen, konnte ich das Projekt dort auf kurzem Amtsweg vorstellen. Aktuell liegt das Projekt einsatzbereit beim Kunden, es wird für zukünftige Fahrzeuggenerationen geplant.

 

Wenn aus einer Idee ein Kundenprojekt wird: Wie selbstverwaltet bleibt die Umsetzung?

Vor allem: Gute Ideen werden bei uns intensiv gefördert. Natürlich lag ein Interesse darin, dass das Projekt potenziell irgendwann mal Geld einbringt, aber Vorgaben habe ich nicht bekommen. Ich habe eher sehr viel Unterstützung wahrgenommen, auch von ganz oben. Zudem habe ich die neusten Amazon Echo-Geräte von der Firma zur Verfügung gestellt bekommen, damit ich etwas Greifbares beim Kunden präsentieren konnte. Das kriegt man wohl nicht bei jeder Firma. Die größte Hilfe aber waren meine Kollegen, die immer wieder neue Anstöße geliefert haben. Da in unseren Teams viel Know-How zusammenkommt, das in sehr unterschiedlichen Kundenprojekten eingesetzt wird, haben wir in viele Richtungen denken können. Die Kollegen waren immer schnell und kurzfristig für mich verfügbar – das gehört einfach zur Mentalität bei uns. Genauso wie der Austausch von Wissen.

 

Wie sieht das in der Praxis aus?

Einerseits profitiert man im Projekt permanent vom komplementären Wissen der Kollegen. Andererseits gibt es bei uns das Format „Rack your Brain“. Das ist ein regelmäßiger Slot von 2-3 Stunden, um uns über technische Themen auszutauschen. Ich habe es beispielsweise genutzt, um meinen Kollegen in einem Workshop aufzuzeigen, was alles mit Amazon Alexa möglich ist und ihnen das Tooling zu erklären. Einige von ihnen haben dann innerhalb des Workshops eigene Skills hinzugefügt. So wächst das dann homogen.

 

In aller Kürze: Könntest du das verwendete Set-Up zusammenfassen?

Die verwendeten Technologien sind die zentrale Plattform beim Kunden, AWS und die AWS Lambda-Serverlandschaft. Als Datenbank habe ich eine mySQL-Datenbank eingesetzt. Als Programmiersprache habe ich mich an Java 8 mit den gängigen Frameworks gehalten. Die Lambda-Serverlandschaft habe ich verwendet, da sie es leicht macht eine Skill-Logik zu betreiben. Das Aufsetzen eines eigenen Servers ist damit unnötig. Über Lambda kann man den Code einfach einwerfen und laufen lassen. Zudem muss man sich keine Gedanken machen, auf welchen und wie vielen Servern der Code durchgeführt wird. Klingt komplizierter, als es ist.

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