Sigi Gindele - Unternehmenskultur

Scrum Master, Designerin und Weltenbummlerin: Sigi Gindele liebt die Gegensätze – und erzählt von unternehmenskulturellen Unterschieden zwischen Amerika, Deutschland, Designern und Entwicklern.

Deine Biographie wirkt reichlich dynamisch. Was tust du aktuell? 

Ich bin Scrum Master, momentan im SAFe-, ergo: skalierten Kontext.

 

Was genau heißt das?

Scrum wurde ursprünglich für den Einsatz in einzelnen kleinen Teams konzipiert. SAFe ist ein Framework für größere Projekte, in denen mehrere Scrum Teams das gleiche Produkt bedienen. Das heißt, wir Scrum Master koordinieren nicht nur in unseren Teams, sondern auch zwischen den Teams und auf Programm-Ebene.

 

In welchen Projekten bist du beschäftigt?

Mein Team betreut (gemeinsam mit ein paar weiteren Teams) die myAudi Website.

Außerdem wollen wir als Agiles Team, also die Scrum Master und Agile Coaches von Valtech Mobility, auch unsere Unternehmenskultur positiv prägen und formen.

 

Was hast du vorher alles gemacht?

Mein Background liegt eigentlich im Design. Nach meinem Diplom in Kommunikationsdesign habe ich mich neben ein paar cross-medialen Abstechern auf die Bereiche Online und Interactive fokussiert. Ich habe über zwanzig Jahre Erfahrung in verschiedenen Agenturen, Designbüros und auch in der IT als Grafik- und Webdesignerin gesammelt. Fast acht Jahre habe ich dabei in den USA gelebt und dadurch auch tiefen Einblick in die Arbeitsweise amerikanischer Werbe- und Multimediaagenturen bekommen.

 

Das Silicon Valley gilt gemeinhin als Maßstab, wenn es um Unternehmenskultur geht. Stimmt das Klischee?

Ich persönlich habe den Umgang in amerikanischen Unternehmen einerseits als lockerer, freundlicher und wertschätzender erlebt. Auf der anderen Seite hat eine gewisse Jobsicherheit und Arbeitsschutz in Deutschland natürlich auch offensichtliche Vorteile, denn die amerikanische „Hire & Fire-Kultur“ ist in vielen Bereichen kein Klischee. Der wohl größte Unterschied ist, dass man hier für manche Prozesse länger braucht – die Ergebnisse aber dementsprechend stabiler und langlebiger sind.

 

Du hast den Eindruck in Amerika mehr geschätzt worden zu sein?

(Lacht) So war das nicht gemeint. Ich bin seit Januar an Bord und bin total gerne hier. Für mich passt die Atmosphäre, hier herrscht ein wertschätzender Umgang, zusätzlich kann ich mich einbringen, ausprobieren, wachsen, lernen und dabei auch eine Menge Spaß haben. Dabei helfen die flachen Hierarchien, das großzügige Fortbildungsbudget und die vielen wunderbaren Menschen hier. Für mich verbindet Valtech Mobility die Vorteile einer Agentur (in punkto Lockerheit) mit der Stabilität einer Firma mit Erfahrung und Reife. Ich spüre hier eine gewisse „Erdung“, die gut tut. Agilität trifft auf profunde Erfahrung – eine spannende Kombination.

 

Apropos Agilität: Die Entwicklung vom Designer zum Scrum Master ist eigentlich ungewöhnlich, oder?

In den letzten Jahren habe ich berufsbegleitend auch noch ein Studium zur Kunsttherapeutin bzw. Creative Coach absolviert und habe auch hier Berufserfahrung als Gestaltungstherapeutin in psychosomatischen Kliniken gesammelt. Ich mag Menschen sehr. Ich war auf der Suche nach einer Tätigkeit die sowohl Spaß macht, von der ich in einer Stadt wie München auch leben kann und in der ich mein Faible dafür Menschen in Veränderungsprozessen zu begleiten ausleben kann und bin dabei jetzt wieder in die IT gewechselt. Nur dieses Mal eben als Scrum Master anstatt Designer um direkter mit Menschen zu arbeiten.

 

Mit dem Zusammenwachsen der ehemals separaten „Gewerke“ IT, UX und Business Development werden cross-funktionale Teams immer wichtiger: Wie problemlos lassen sich die unterschiedlichen Backgrounds vereinen?

Das stimmt, in unseren cross-funktionalen Teams arbeiten Menschen mit teils konträrem Fokus und kulturellen Unterschieden eng zusammen. Aber solche Herausforderungen liebe ich, deshalb bin ich ja auch Scrum Master im agilen Team. Menschen zusammenzubringen, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, wobei jeder seine Stärken einbringen kann – that’s the goal. Damit Menschen aufblühen und das Resultat passt.

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